Stift, Lehrling, Azubi!

„Stift, Lehrling, Azubi – Ausbildung von 1945 bis heute“ – eine virtuelle Führung

Raum 8: Krisen der Berufsausbildung

Nach zwei bis drei Jahren endet die Ausbildung mit der Gesellenprüfung. Manchmal jedoch entstehen Probleme während der Ausbildung, die einen reibungslosen Ablauf verhindern. Mit diesem Thema befasst sich der nächste Ausstellungsbereich.

Krisen können aus den verschiedensten Gründen entstehen.

Ein häufiger Grund für längerfristige Unterbrechungen oder sogar einen Ausbildungsabbruch sind gesundheitliche Probleme. Gerade in Berufen bei denen Auszubildende oft mit Chemikalien in Kontakt kommen, zeigen sich Allergien und gesundheitliche Probleme erst nach einiger Zeit.

Oftmals führen auch Streitigkeiten zwischen den Auszubildenden und Ausbildern zu langfristigen Anspannungen in den Betrieben, die im schlimmsten Fall in einem Abbruch der Ausbildung enden können.

Neben solchen „innerbetrieblichen“ Krise gab es im Laufe der Zeit immer wieder größere Krisen, die das System der dualen Berufsausbildung als Ganzes betrafen. Wenn Sie sich im Ausstellungsbereich nach links der großen Vitrine zuwenden, sehen Sie eine Collage, die sich mit den wichtigsten dieser Konflikte befasst.

Ende der 1960er-Jahre protestierten Auszubildende in ganz Deutschland gegen die mangelhafte Ausbildungsqualität in vielen Betrieben. Da es keine einheitlichen gesetzlichen Vorgaben für die Rahmenbedingungen der Berufsausbildung gab, wurden Auszubildende oftmals als billige Arbeitskräfte missbraucht. Erst 1969 wurde mit dem Berufsbildungsgesetz ein bundesweit gültiger Rahmen erlassen, der eine Mindestqualität der Ausbildung sichern sollte.

Auf der Collage ist der Protest der Auszubildenden gegen die mangelhafte Ausbildungsqualität dokumentiert. Oben links im Bild ist beispielsweise ein Aufruf zu sehen, der Auszubildende in Dortmund zu Demonstrationen in der Innenstadt gegen mangelhafte Lehrbedingungen aufforderte. Unten links kann man erkennen, wie die Deutsche Post sich die Proteste der Auszubildenden zu eigen machte, um die Qualität der eigenen Ausbildungsplätze besonders positiv hervorzuheben.

Nicht erst in den letzten paar Jahren wuchsen Befürchtungen vor einem Fachkräftemangel. Seit den 1950er-Jahren wechseln sich Phasen starker Jugendarbeitslosigkeit regelmäßig mit Phasen stark unterbesetzter Lehrstellen ab. Anhand einer Grafik zu Schulabgängern und angebotenen Lehrstellen zeigt die Collage dazu, dass die Größe der Geburtenjahrgänge ein wichtiger Faktor für diese Entwicklungen ist.

Im nächsten Beitrag steht schließlich das „Finale“ der Berufsausbildung im Mittelpunkt: die Gesellenprüfung.


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Raum 7: In der Berufsschule

Die Berufsausbildung spielt sich nicht allein im Ausbildungsbetrieb ab. Ebenso wichtig ist der Unterricht in der Berufsschule.

Mit diesem Thema befasst sich der nächste Ausstellungsbereich. Hier stehen die Ziele des Unterrichts in den Berufsschulen im Mittelpunkt. Wenn Sie den Raum betreten, sehen Sie auf der gegenüberliegenden Wand fünf Zeugnisse aus dem Berufsschulunterricht der vergangenen 60 Jahre (links im Bild) und zwei Motorenmodelle aus dem Unterricht der Berufsschule (rechts im Bild in der Vitrine).

Die Zeugnisse und Motorenmodelle verdeutlichen, dass der Berufsschulunterricht seit jeher das Ziel verfolgt, Lücken aus der Lehre im Betrieb zu ergänzen. Auf den Zeugnissen sieht man, dass in Fächern wie Fachkunde der Umgang mit wichtigen Werkzeugen in Theorie und Praxis geübt wird. Die beiden Motorenmodelle kamen beim Unterricht der KFZ-Lehrlinge zum Einsatz, um die Funktion von Motoren zu erläutern.

Gerade kleine Ausbildungsbetriebe sind oftmals nicht in der Lage, alle Bereiche eines Handwerks im Laufe der Ausbildung abzudecken, da die Betriebe sich auf bestimmte Fachbereiche eines Handwerks spezialisieren und so nicht alle Kenntnisse im Laufe der Ausbildung vermitteln können.

Der nächste Beitrag erscheint erst in der Woche vom 14. Oktober. Dann werfen wir einen Blick auf Krisen und Probleme, die eine Ausbildung erschüttern können. Darauf die Woche folgt schließlich das „Finale“ der Berufsausbildung: die Gesellenprüfung.

                                            


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Raum 6: Die Ausbildung zwischen Werkstatt, Laden und Kundenkontakt

Mit einer eigenen Werkzeugausstattung geht es in den meisten Berufen los. Die Auszubildenden sind von Anfang an in die betrieblichen Abläufe integriert. Nach und nach steigen die Anforderungen und die Verantwortung wächst. Und auch wenn es ein Klischee ist: Das Aufräumen und Saubermachen gehört bis heute zur Ausbildung.

Die Ausbildung findet nicht nur in der Werkstatt, sondern je nach Beruf auch im Laden, im Lager und vor Ort bei der Kundschaft statt. Größere Betriebe verfügen über eigene Ausbildungswerkstätten mit besonderen Ausbildungsplänen.

An solchen Übungsköpfen trainieren Auszubildende im Friseurhandwerk neue Techniken, bevor sie ihre Fähigkeiten bei der Kundschaft einsetzen dürfen. Früher war es üblich, dass Auszubildende im Friseurhandwerk die ersten Monate ihrer Ausbildung hauptsächlich mit solchen Übungsfiguren arbeiteten.

Das hat sich geändert. Nach den aktuellen Ausbildungsplänen werden die Auszubildenden von Anfang an in das tägliche Geschäft im Laden eingebunden. Dabei werden zu Beginn besonders der Kundenkontakt und der Umgang mit dem geschäftlichen Teil des Handwerks geübt.


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Raum 5: Herzlich Willkommen im Betrieb!

Im Ausbildungsjahr 2018 starteten etwa 4 000 Frauen und 21 000 Männer in Nordrhein-Westfalen eine handwerkliche Ausbildung. Zum Vergleich: Im Jahr 1958 begannen rund 38 000 Menschen eine Lehre.

Besonders früher war der erste Arbeitstag immer ein Sprung ins kalte Wasser. Viele der jungen Auszubildenden in den 1950er- und 1960er-Jahren sahen ihren Ausbildungsbetrieb erstmals am ersten Arbeitstag. Heute kennen die meisten Auszubildenden ihren Betrieb bereits durch Betriebspraktika und Probearbeiten.

Trotzdem markiert der erste Arbeitstag noch immer einen neuen Lebensabschnitt. Wenn Sie die Treppe hoch in die obere Etage der Ausstellung gehen, wartet am oberen Treppenansatz diese Tafel.

Wie haben Sie sich am ersten Tag ihrer Berufsausbildung gefühlt oder welche Gefühle verbinden Sie mit dem Beginn dieses Lebensabschnitts? Mit verschiedenfarbigen Klebezetteln können Sie ihre Gefühle auf die Tafel aufbringen.

Im nächsten Bereich der Ausstellung werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Tätigkeiten während der Ausbildung im Betrieb.


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Raum 4: Bevor die Ausbildung beginnt: Was muss ich können?

Die Entscheidung für einen Beruf ist gefallen und der Lehrvertrag ist unterschrieben. Herzlichen Glückwunsch! Für viele Auszubildende stellt sich nun die Frage, was die Lehrbetriebe am ersten Tag der Berufsausbildung von ihnen erwarten. Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden für die Ausbildung in einem handwerklichen Beruf benötigt? Dieser Frage geht der nächste Themenbereich der Ausstellung nach.

Die Betriebe erwarten keine besonderen handwerklichen Talente und Vorkenntnisse, da diese im Laufe der Ausbildung trainiert werden. Stattdessen ist es wichtig, dass Auszubildende einige grundlegenden Eigenschaften mitbringen, die sie nicht im Betrieb oder der Berufsschule lernen können.

Geduld wird in praktisch jeden Handwerk benötigt. Eine ruhige Hand ist gerade in Handwerken wie dem Friseurgewerbe, die eine hohe Maßgenauigkeit erfordern, unerlässlich. Vor allem aber soziale Kompetenzen wie Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Arbeitsbereitschaft und der Umgangston sind entscheidend für eine erfolgreiche Ausbildung.

Wenn Sie den Ausstellungsbereich betreten, sehen Sie zwei Arbeitstische in der Raummitte. An acht unterschiedlichen Mitmachstationen bietet sich die Gelegenheit, verschiedene Fähigkeiten für eine Ausbildung im Handwerk anhand einiger kleiner Übungen und Spiele auf die Probe zu stellen.

Eine wichtige Fähigkeit in jedem Handwerk ist die Kenntnis der Arbeitsmaterialien. Am ersten Arbeitstisch können Sie das Aussehen verschiedener Holzsorten kennenlernen und darauf ihre Kenntnisse mit dem Holz-Memory-Spiel testen.

In der kommenden Woche beginnt die Ausbildung! Wir betreten die nächste Etage der Ausstellung und werden darauf schrittweise die einzelnen Stationen der Berufsausbildung vom ersten Tag im Betrieb bis zur Gesellenprüfung durchlaufen.


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Raum 3, Teil 2: Die Entwicklung der Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsverträge regeln nicht nur die Rechte und Pflichten, sondern auch die finanzielle Entlohnung der Auszubildenden. Hierbei hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges verändert!

Schauen Sie vom Kamin aus nach rechts, sehen Sie dieses Regal mit drei Warenkörben. Die Warenkörbe enthalten eine kleine Auswahl einiger typischer Alltagsprodukte der 1950er-Jahre, der 1980er-Jahre und der 2000er-Jahre. Jeweils neben den Körben sehen Sie ein Schild mit den in Euro umgerechneten durchschnittlichen monatlichen Entlohnungen in der Berufsausbildung.

Die Berufsausbildung galt bis in die 1960er-Jahre ein reines Ausbildungs- und Erziehungsverhältnis, da die meisten Auszubildenden in der Regel erst etwa 14 Jahre alt waren. Dementsprechend erhielten die Auszubildenden keine Entlohnung, sondern nur ein geringfügiges „Erziehungsgeld“, das an die Eltern ausgezahlt wurde.

Seit den Bildungsreformen der 1960er-Jahre ist das Durchschnittsalter in der Berufsausbildung stetig angestiegen. Viele Auszubildende waren schon in den 1980er-Jahren mindestens 16 Jahre alt. Aus diesen Grund wurde das Erziehungsgeld abgeschafft und durch eine Ausbildungsvergütung ersetzt. Allerdings war diese Vergütung auch in den 1980er-Jahren noch zu gering, um alleine als Lebensunterhalt auszureichen.

Heutzutage ist der Großteil der Auszubildenden bei Beginn der Lehre volljährig. Trotzdem reichen die gezahlten Vergütungen in vielen Berufen noch immer nicht aus, um einen eigenen Haushalt zu führen. Der hier gezeigte Lohn entspricht einem Durchschnittwert. Gerade in vielen Handwerken aus dem Hygienebereich ist die Entlohnung jedoch teilweise nur halb so hoch.


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Raum 3, Teil 1: Rechte und Pflichten in der Ausbildung

Ist erst einmal die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf gefallen, folgt die Bewerbung um eine Lehrstelle und der Abschluss eines Lehrvertrages. Der nächste Raum der Ausstellung ist ganz dieser Phase vor Beginn der Berufsausbildung gewidmet.

Wenn Sie den Raum betreten, wenden Sie sich nach links. Dort sehen Sie in der Kaminnische diese Metallwaage mit zahlreichen Holzgewichten. An dieser Mitmachstation gilt es die Rechte und Pflichten der Auszubildenden und der Ausbildungsbetriebe miteinander in Gleichgewicht zu bringen.

Vor dem Abschluss eines Lehrvertrages ist es wichtig, dass die Auszubildenden wissen, welche Pflichten sie während der Ausbildung erfüllen müssen. Leistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit gehören zu den Grundvoraussetzungen für eine Berufsausbildung.

Wer schon am ersten Tag zu spät zur Arbeit kommt, wird die Ausbildungsstelle wahrscheinlich nicht lange behalten!

Die Auszubildenden müssen aber ebenso wissen, welche Rechte Ihnen zustehen und welche Pflichten die Ausbildungsbetriebe zu erfüllen haben. So war es beispielsweise nicht immer selbstverständlich, dass Betriebe den Auszubildenden alles notwendige Wissen eines Handwerks vermittelten.

Wenn Sie sich vor dem Kamin umdrehen und in die Vitrine hineinschauen, sehen Sie auf der oberen Ebene einige Verordnungen zur Berufsausbildung.

Mit dem Erlass der „Fachlichen Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesens“ wurden für zahlreiche Handwerke ab 1939 verbindliche Lehr- und Prüfungsinhalte festgelegt. Das Berufsbildungsgesetz verpflichtet jedoch erst seit 1969 bundesweit alle Ausbildungsbetriebe dazu, vor dem Abschluss eines Lehrvertrages einen Ausbildungsplan zu präsentieren.

Vor dem Erlass dieser verbindlichen Rahmenbedingungen für die Berufsausbildung war die mangelhafte Ausbildungsqualität ein weit verbreitetes Problem. Vor allem größere Betriebe nutzten die Auszubildenden früher oftmals als billige Arbeitskräfte aus und vernachlässigten dabei die Lehre.


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Raum 2, Teil 2: Welche Handwerke sind gefragt?

Die beliebtesten Ausbildungsberufe im Handwerk sind heute noch fast dieselben wie vor 50 Jahren!

Wenden Sie den Blick von der Buchbinderschürze nach rechts, sehen Sie direkt neben der Vitrine mit den Werbemitteln zur Berufsfindung dieses Banner:

Das Banner zeigt, welche Handwerksberufe die Auszubildenden im Bereich der Handwerkskammer Dortmund am häufigsten wählen.

Der Friseurberuf ist seit den 1950er-Jahren das meistgefragte Handwerk bei jungen Frauen, während junge Männer bevorzugt eine Ausbildung in den KFZ-Handwerken wählen.

Schauen Sie dann in die rechte Raumecke, zeigen diese beiden Figuren, dass sich die Angebote in der handwerklichen Berufsausbildung in den vergangenen Jahrzehnten trotzdem deutlich verändert haben:

Die Zahl der anerkannten Handwerke ist seit den 1950er-Jahren von über 300 auf aktuell nur noch 130 Berufe gesunken. Viele Handwerke sind verschwunden, während andere Berufe sich laufend weiterentwickelt haben.

Die blaue Figur zeigt, wie in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche neue Ausbildungsberufe in den beliebten KFZ-Handwerken entstanden sind:

Neben den hier abgebildeten Haupthandwerken existiert heute noch eine Reihe kleinerer und spezialisierter Berufe im KFZ-Bereich.

Dadurch erklärt sich, warum die KFZ-Handwerke auch heute noch zu den meistgewählten Ausbildungsberufen gehören!

Als Kontrast dazu zeigt die orangene Figur, wie die früher vor allem von jungen Frauen gewählten textilen Handwerksberufe von der Textilindustrie verdrängt wurden:

Von ursprünglich mehr als zehn Handwerken sind heute nur noch drei übrig. Die Entwicklung des Friseurberufs zum „beliebtesten“ Handwerk junger Frauen war in den 1950er-Jahren auch eine Reaktion auf das Verschwinden vieler traditioneller Frauenhandwerke.

Was passiert als nächstes nach der Entscheidung für einen Handwerksberuf?

Dieser Frage werden wir ab kommender Woche nachgehen und den nächsten Bereich der Ausstellung betreten.


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Raum 2: Der Weg zur Berufsfindung

Vor der Berufsausbildung steht die Berufsorientierung. Der erste Raum der Ausstellung widmet sich daher der Frage: Wie finde ich die passende Ausbildungsstelle?

Ob sich jemand den Beruf selbst aussuchen kann hängt auch vom Alter ab. Bis zur Abschaffung der Volksschulen im Jahr 1964 beendeten viele junge Menschen die Schule nach der 8. Klasse. Sie waren erst 13 bis 14 Jahre alt. Entsprechend entschieden in erster Linie die Eltern über eine Berufswahl.

Heute ist der Großteil der angehenden Auszubildenden bereits volljährig, weshalb der Bedarf an Beratungsangeboten zur Berufswahl gestiegen ist. Ein wichtiger Orientierungspunkt sind auch heute noch die Berufserfahrungen von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten.

Werbematerialien der Arbeitsämter, Innungen und Handwerksbetriebe zur Werbung von Auszubildenden

Die Arbeitsämter und die Handwerksbetriebe selbst spielen ebenso eine wichtige Rolle bei der Berufswahl. Auf der linken Seite des oberen Bildes sehen sie einen Laserdiscplayer und einige Laserdiscs mit Informationsfilmen zu verschiedenen Ausbildungsberufen. Mit diesen Materialien haben die Arbeitsämter in den 1990er-Jahren unter anderen in Schulen für unterschiedliche Ausbildungsberufe geworben. Auf der rechten Seite der Vitrine sehen Sie eine Sammlung von Flyern verschiedener Berufsmessen, auf denen sich die Unternehmen selbst den berufssuchenden Jugendlichen vorstellen.

Eine Buchbinderschürze in Kindergröße

Manchmal erfüllen sich auch die Berufswünsche aus der Kindheit. Die oberhalb abgebildete Buchbinderschürze schenkte ein Buchbindermeister seinen fünfjährigen Enkel. Jahre später hat der Enkel dann tatsächlich eine Buchbinderlehre im Betrieb seines Großvaters begonnen.

Auch im nächsten Beitrag werden wir weiter im ersten Raum der Ausstellung verweilen und noch einmal näher schauen, wie sich die Berufswahl angehender Auszubildender in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.


„Stift, Lehrling, Azubi – Ausbildung von 1945 bis heute“ – eine virtuelle Führung

Seit eineinhalb Monaten ist die diesjährige Sonderausstellung im LWL-Freilichtmuseum Hagen nun geöffnet. Zeit also, noch einmal einen genauen Blick auf die Ausstellung zu werfen!

In den kommenden Wochen entsteht in diesem Blog eine kleine virtuelle Führung durch die Räume der Ausstellung. In regelmäßigen Abständen präsentiere ich Ihnen alle Bereiche der Ausstellung, vom Eingang bis zum letzten Raum.

Ich freue mich auf ihr Interesse!

Raum 1: Was will ich eigentlich werden?

Diese Frage bildet den Auftakt der Ausstellung. Sie stellt sich allen Menschen spätestens zum Ende ihrer schulischen Ausbildung. Aber auch Kinder haben oftmals schon genaue Vorstellungen zu ihrer beruflichen Zukunft.

Daher widmet sich der Eingangsbereich der Ausstellung den Berufsvorstellungen und „Traumberufen“ der Kindheit. Vorschulkinder aus Bochum-Wattenscheid haben uns zahlreiche Bilder zu ihren persönlichen Traumberufen gemalt, die als eine Mobile-Installation präsentiert werden.

Auch die Besucherinnen und Besucher selbst sind gefragt. Welche Berufswünsche hatten sie selber während ihrer Kindheit? Haben sich diese Wünsche erfüllt? Eine Pinnwand und Klebezettel bieten den Besuchenden die Möglichkeit, ihre eigenen Kindheitswünsche zu präsentieren.

Der nächste Beitrag erscheint am 5. August. Dann betreten wir den ersten Ausstellungsraum und beschäftigen uns dort mit der Frage, auf welchen Wegen angehende Auszubildende passende Lehrstellen finden können.


Gut besucht! Bei leicht bedeckten Wetter kamen tausende in diesem Jahr zum Kinderfest

Das Kinderfest 2019 im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Am Sonntag war es wieder soweit. Auf dem diesjährigen Kinderfest gab es Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie.

Passend zum Thema der Sonderausstellung „Stift, Lehrling, Azubi – Ausbildung von 1945 bis heute“ stand das diesjährige Fest ganz im Zeichen der Arbeit in modernen und historischen Handwerken.

Beim Dachdecker Daniel Jakobs konnten die kleinen Handwerker Figuren aus Schieferplatten schlagen.

In der Papiermühle haben die Kinder ihr eigenes Papier geschöpft.

In der Druckerei haben die Nachwuchsdrucker ihre eigenen Namenskarten gestaltet.

Ein weiteres Highlight: Das Korbflechten

Beim Escape Game „Die Chaos Handwerker wurden die Spieler zu Elektrikern und mit kniffligen Knobelaufgaben konfrontiert.

Auf dem Platz vor dem Schmiedemuseum lockten zahlreiche klassische Draußen-Kinderspiele vom Stelzenlauf bis zum Seilspringen sowie ein Trampolin und eine Strohburg zum Spielen und Toben.

Kommende Woche präsentiert dieser Blog dann in wöchentlichen Beiträgen eine virtuelle Tour durch die Sonderausstellung „Stift, Lehrling, Azubi – Ausbildung von 1945 bis heute“.

Ich freue mich auf ihr Interesse!


6. Das Ziel ist in Sicht – Jetzt heißt es: Möbel rücken

Sonntag ist es soweit: Die Ausstellung wird feierlich eröffnet. Auf den letzten Metern vor dem Ziel hieß es vor allem: rücken, schleppen, kleben.

In den letzten paar Wochen haben unsere Werkstätten das Ausstellungsgebäude auf Vordermann gebracht. Vitrinen wurden gebaut, Kabel verlegt und Lampen aufgehängt. Danach galt es die Objekte, die Texte und all die anderen Sehenswürdigkeiten der Ausstellung an ihren Platz zu bringen.

Da Bilder mehr sagen als tausend Worte, sind hier einige Bilder aus dem Aufbau der Ausstellung.

Wir freuen uns auf ihren Besuch!

Dieses Bild kennen Sie schon aus dem dritten Eintrag! In diesen Raum können an verschiedenen Mitmachstationen die Herausforderungen einer Ausbildung im Handwerk testen. So sah der Raum noch vor ein paar Wochen aus…
Die Vitrinen sind geradegerückt und die Fahnen hängen! Noch fehlen aber die Objekte und die Mitmachstationen.
Und fertig! Die Vitrinen sind gefüllt, die Mitmachstationen sind bereit.
An dieser Waage können in einem Spiel die Rechte und Pflichten einer Ausbildung gegeneinander abgewogen werden. Hier steht die Waage noch in der Werkstatt.
Fast fertig! Die Waage steht an ihren Platz. Es fehlen nur noch die Gewichte.
Der letzte Raum der Ausstellung. Hier können spielerisch die Zukunftsperspektiven nach der Ausbildung erkundet werden. Die Möbel sind schon da.
Eine Woche später: Das Spiel ist fertiggestellt und wartet auf ihren Besuch!

Das Ergebnis der Mühen: So sehen die Raumtexte aus, nachdem die Gestalter ein Design entworfen und dieses von der Druckerei auf Stofffahnen gedruckt wurde. In jedem Raum leitet eine solche Fahne die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung.

5. Texte texten!

Keine Ausstellung kommt ohne Texte aus. Das letzte wichtige Puzzleteil der Ausstellungsvorbereitung war daher viel Schreibarbeit. Und das war gar nicht so einfach!

Immerhin sollen die Texte zwar die Themen und Objekte der Ausstellungsräume präsentieren, dürfen dabei jedoch nicht so lang und umfangreich sein, dass sie von den gezeigten Ausstellungsstücken ablenken oder schlimmstenfalls sogar langweilig sind.

Die Texte müssen sowohl kurz als auch informativ sein.

Die Raumtexte erläutern an prominenter Stelle das Thema und die Inhalte jedes Ausstellungsraumes. Diese Texte haben wir als erstes fertiggestellt, damit die Gestalter sie in ihre Entwürfe einbauen konnten. In jeden Raum der Ausstellung präsentieren sich diese Texte nun auf großen und bunten Bannern, die eine gute Orientierung ermöglichen.

Im Gegensatz zu den Raumtexten unterstützen die Objekttexte die gezeigten Ausstellungsstücke und zeigen den interessierten Besucherinnen und Besuchern Informationen zur Herkunft und Geschichte der Objekte. Diese Texte schrieben wir erst kurz vor Beginn des Ausstellungsaufbaus, da wir uns sicher sein mussten, wie die Objekte im Raum präsentiert werden. Die Texte wurden dann auf stabile Kartonplatten gedruckt und auf die richtige Größe zurechtgeschnitten.

Dann war es fast geschafft! Jetzt musste die Ausstellung nur noch aufgebaut werden. Seit Ende letzter Woche schon ist der Aufbau im vollen Gange. Die Räume müssen nach den Entwürfen der Gestalter eingerichtet und die Ausstellungsstücke an der richtigen Stelle mit den dazugehörigen Texten platziert werden.

Im Eintrag der nächsten Woche wird eine Fotostrecke den Aufbau der Ausstellung dokumentieren.


Die Ausstellung wird bunt! Das Gestaltungsbüro entwickelte mit uns ein frisches Gestaltungskonzept mit vielen Farben, das die Vielfalt der Möglichkeiten in der Berufsausbildung widerspiegelt. Dieses Glücksrad lädt die Besucherinnen und Besucher am Ende der Ausstellung zu einem Spiel zum beruflichen Werdegang nach der Ausbildung ein.

4. Jetzt werden wir kreativ!

Wie ich im letzten Beitrag erwähnte, ist die Gestaltung der Ausstellungsräume eine große Herausforderung. Zwar wussten wir, wie die gesammelten Objekte und Geschichten auf die Räume aufgeteilt werden, allerdings war noch nicht klar, wie die Räume konkret aussehen würden.

Wir wollen die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher vom ersten Raum an gewinnen und deren Neugierde durch alle Räume hindurch immer wieder aufs Neue wecken. Es reicht also nicht aus, die Ausstellungsobjekte einfach irgendwie an den Wänden entlang aufzureihen!

Wir haben uns daher für jeden Ausstellungsraum Besonderheiten überlegt, die den Raum optisch interessant und spannend machen. So werden die Besucherinnen und Besucher im Eingangsbereich von einer Installation begrüßt, die die Berufsträume von Kindern als von der Decke hängende Traumwolken präsentiert. Direkt im darauffolgenden Raum erwartet die Besucherinnen und Besucher ein gemütliches Sofa in einer Wohnzimmeratmosphäre, um Erinnerungen an die eigenen Überlegungen zur Berufswahl im Kreis der Familie zu wecken.

Nachdem wir ein erstes Gestaltungskonzept entworfen hatten, haben wir uns professionelle Hilfe geholt. In Zusammenarbeit mit einem Gestaltungsbüro, das sich auf die Gestaltung von Ausstellungen spezialisiert, wurden unsere Ideen zum Leben erweckt.

Bevor die Gestaltung der Räume umgesetzt, die Objekte positioniert und die Ausstellung aufgebaut werden kann, mussten wir aber noch einmal in die Redaktion. Es galt Texte zu schreiben, die die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung von Objekt zu Objekt führen und deren Geschichten erzählen.

Mehr dazu in der kommenden Woche!


Der größte Raum des Ausstellungsgebäudes. Noch steht er leer, bald jedoch wird hier an verschiedenen Stationen präsentiert, welche Fähigkeiten in der handwerklichen und gewerblichen Berufsausbildung benötigt werden. An einer Reihe von Stationen können Sie dabei selbst ihr Geschick testen!

3. Wie soll die Ausstellung aussehen?

Eine Herausforderung für uns war, die gesammelten Objekte und persönlichen Geschichten auf eine Art zu präsentieren, die bei den Besucherinnen und Besuchern die Lust weckt, diese zu entdecken.

Warum ist das eine solche Herausforderung? Unser Ausstellungsgebäude hat zehn kleine Zimmer auf zwei Etagen. Wir müssen uns deshalb immer sehr konzentrieren und überlegen, was wir zeigen wollen und wie wir das Gezeigte auf die Räume verteilen. Hinzu kommt, dass das Thema Ausbildung erst einmal ziemlich trocken klingt.

Darum entschieden wir, die Besucherinnen und Besucher selbst in die Rolle junger Auszubildender zu versetzen und durch die verschiedenen Stationen der Berufsausbildung zu leiten. Dann war es auch relativ leicht, einen Themenschwerpunkt für die einzelnen Räume zu finden!

Jeder Raum präsentiert eine andere wichtige Phase der Berufsausbildung. Direkt im ersten Raum werden die Besucherinnen und Besucher eingeladen, über die Berufswünsche ihrer eigenen Kindheit nachzudenken. Darauf werden sie in den weiteren Räumen der Ausstellung in chronologischer Reihenfolge durch die Berufsausbildung geführt: von der Bewerbung im Betrieb über den ersten Arbeitstag bis schließlich zur Gesellenprüfung. Jeweils thematisch passend präsentieren die Räume die von uns gesammelten Geschichten und Objekte zur Berufsausbildung seit 1945.

Auf diese Weise erleben die Besucherinnen und Besucher den Ablauf einer Berufsausbildung im Handwerk und Gewerbe und können sehen, wie sich die Ausbildung seit 1945 verändert hat.

Der letzte Raum der Ausstellung ist dann noch einmal ein besonderer Höhepunkt. Die Besucherinnen und Besucher können bei einem Spiel herausfinden, welche Zukunftswege sich nach dem Ende einer Berufsausbildung öffnen. Hierbei spielt auch das Glück eine Rolle.

 

Nachdem für alle Räume ein Konzept gefunden und die Objekte und Geschichten zugewiesen waren, begann der nächste schwierige Teil der Vorbereitung für die Ausstellung. Wie sollten die Objekte in den Räumen angeordnet werden? Wie sollten wir unsere Informationen in den Räumen präsentieren? Und wie sollten die Ausstellungsräume insgesamt gestaltet werden?

Mehr dazu in der kommenden Woche!


Dieser Sekretär ist das Gesellenstück eines Tischlers, der in den 1950er-Jahren seine Gesellenprüfung ablegte. Der Sekretär und seine Geschichte sind in der Ausstellung zu sehen. Foto: Karin Ruhmöller.

2. Wie können wir das wissen?

Nach der Kontaktaufnahme organisierten wir Interviews mit den Handwerkerinnen und Handwerkern, in denen wir sie zu verschiedenen Aspekten ihrer Lebensgeschichte befragten. Die Ergebnisse dieser Gespräche bilden eine wichtige Grundlage der Sonderausstellung. Viele präsentierten uns dabei interessante Erinnerungsstücke aus ihrer Ausbildungszeit, die als Objekte in der Ausstellung zu sehen sein werden.

Die Gespräche waren nur die eine Hälfte der Recherchen. Ein Großteil der weiteren Arbeit fand in Bibliotheken und Archiven statt. So verbrachten wir viel Zeit damit, bei Besuchen im Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund alte Unterlagen der Handwerkskammern und Innungen sowie historische Zeitschriften für junge Auszubildende auszuwerten. Dadurch bot sich uns nach und nach ein Bild zur Entwicklung der Berufsausbildung seit 1945. Die im Archiv gewonnenen Informationen waren zudem nützlich, um den bei den Interviews noch gezieltere Fragen zu den Erfahrungen in der Ausbildung stellen zu können.

Ein wichtiger Teil der Recherchen fand im Internet statt. Wenn man weiß, wonach man sucht, bietet das Internet viel mehr als bloß Wikipedia-Einträge!

Die Website des Statistischen Bundesamtes sammelt umfangreiche Statistiken zur Entwicklung der Berufsbildung in Deutschland. Die Website des Bundesinstitutes für Berufsbildung stellt allen Interessierten Aufsätze und Statistiken zu vielen Fragen und Problemen im Zusammenhang mit der Berufsausbildung in Deutschland zur Verfügung. Auch die Online-Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung waren für unsere Recherchen eine wichtige Quelle.

Alleine durch das Anhäufen von Informationen kann man aber keine Ausstellung vorbereiten! Im nächsten Schritt mussten wir die gesammelten Informationen aufarbeiten, ordnen und auf deren Grundlage einen Plan zur Gestaltung der Ausstellung entwerfen.

Mehr dazu jedoch in der kommenden Woche!

Wollen Sie zwischenzeitlich selbst zur Berufsausbildung recherchieren? Dann schauen Sie bei diesen Adressen vorbei. Hier finden sie kostenlos und ohne Beschränkungen reichhaltige Informationen zur Berufsausbildung in Deutschland:

Bundesinstitut für Berufsbildung: https://www.bibb.de/de/die_themen.php

Bundeszentrale für Politische Bildung: http://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/zukunft-bildung/

Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/_inhalt.html;jsessionid=59E435A579FEF5F4B6851A37381E11FF.internet732


„Stift, Lehrling, Azubi. Ausbildung von 1945 bis heute“ – Von der Idee bis zur Ausstellung

Am 2. Juni ist es soweit. Nach Monaten des Planens und Vorbereitens öffnet unsere diesjährige Sonderausstellung „Stift, Lehrling, Azubi. Ausbildung von 1945 bis heute“ endlich ihre Pforten. Der Zeitpunkt für dieses Thema könnte nicht besser getroffen sein. Diskussionen um einen Fachkräftemangel in vielen Handwerken und Probleme bei der Besetzung von Lehrstellen sind Themen, die mittlerweile regelmäßig in der Presse auftauchen.

Mein Name ist Falk Liedtke. Ich bin studierter Wirtschaftshistoriker und Doktorand an der Ruhr- Universität Bochum. Seit Anfang Dezember vergangenen Jahres bin ich der neue wissenschaftliche Volontär des LWL-Freilichtmuseums Hagen und unterstützte seitdem die Vorbereitungen für die Sonderausstellung. Daher werde ich nach der Eröffnung am 2. Juni diesen Blog nutzen, um wöchentlich verschiedene Bereiche der Ausstellung kurz zu präsentieren und so nach und nach einen digitalen Begleiter schaffen, der hoffentlich bei Ihnen, liebe Lesende, das Interesse weckt, der Ausstellung einen Besuch abzustatten.

Doch bis dahin dauert es noch einige Wochen. Daher wird dieser Blog in den kommenden Wochen einen Blick hinter die Kulissen der Entstehung einer Sonderausstellung beim LWL-Freilichtmuseum Hagen bieten. Von der Ideenfindung und Themenrecherche über das Finden von Ausstellungsobjekten bis hin zur Gestaltung und dem Aufbau in den Ausstellungsräumen werden wir die verschiedenen Stationen bis zur Eröffnung der Ausstellung gemeinsam betrachten.

 

  1. Von der Ideenfindung bis zur Suche nach Kooperationspartnern

Als ich im Dezember zum Wissenschaftlerteam des LWL-Freilichtmuseums hinzustieß, waren die Planungen für die Ausstellung schon im vollem Gange. Tatsächlich erfordert die Vorbereitung einer Ausstellung immer viel Zeit. Am Anfang steht die Festlegung eines Themas, das zum Museum passt und die Besucherinnen und Besucher interessiert. Da Ausstellungen auf lange Sicht geplant werden müssen, geschieht diese Themenfestlegung schon mehrere Jahre vor der geplanten Eröffnung.

Die konkreten Planungen für die Inhalte und Ziele der Ausstellung begannen dann Mitte letzten Jahres. Zu Beginn suchten meine Kolleginnen vor allem nach Kooperationspartnern, die uns später bei der Informationssuche zur Berufsausbildung und der Suche nach persönlichen Erfahrungen aus der Berufsausbildung und Objekten für die Ausstellung behilflich sein sollten. Wichtige Ansprechpartner wurden dabei die Handwerkskammern und Innungen der Region. Sehr hilfreich war auch der Kontakt zu den Berufsinformationszentren der Bundesagentur für Arbeit.

Neben Facebook, der Presse und der Verteilung von Flugblättern war diese frühe Kontaktaufnahme auch hilfreich für unsere Aufrufe, in denen wir in der Bevölkerung nach Objekten für die Ausstellung und persönlichen Erfahrungen aus der Berufsausbildung fragten. So nahmen schon bald einige interessierte Privatpersonen Kontakt zu uns auf, zeigten uns Objekte und erzählten ihre Geschichten. Schon im Zuge dieser ersten Gespräche gelangten meine Kolleginnen an wichtige Erkenntnisse zu den Veränderungen in der Berufsausbildung während der vergangenen 70 Jahre. So erzählten einige ältere Handwerker beispielsweise, dass es in den 1950er-Jahren selbstverständlich war, dass die Eltern die Ausbildungsstelle ihrer Kinder suchten, da die jungen Auszubildenden meist erst 13 Jahre alt waren.

Oft ergaben sich aus diesen ersten Gesprächen auch weitere Kontakte zu Handwerkern und Gewerbetreibenden. Auf dieser Basis begannen die Recherchen für die Objekte der Ausstellung.

Die weiteren Recherchen zu den Themen der Ausstellungen begannen kurz danach. Zu diesem Zeitpunkt bin ich dann zum Team hinzugestoßen.

Mehr dazu im nächsten Beitrag!