30.06.2020

60 Jahre Freilichtmuseum Hagen: Back to the Sixties

Teil 27

Die Pappemühle

Nach der Öl- und Sägemühle sowie dem Zinkwalzwerk war die Pappemühle die dritte Werkstatt im Freilichtmuseum, deren Vorbild nicht aus Westfalen stammt. Sie ist die Rekonstruktion der Pappemühle Karbach aus Wangen im Allgäu. Eine passende Werkstatt war in Westfalen damals nicht verfügbar, da reine Pappemühlen sehr selten in der Region waren.

Mit viel Handwerkskunst schafften es die Maurer, beim Nachbau der Pappemühle die Bruchsteinbauweise des Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert zu imitieren. Es beherbergt das 1964 übernommene Inventar und die Maschinen der Pappemühle Karbach. Die Pappemühle war pünktlich zur Eröffnung des Museums 1973 fertiggestellt und für Besucher zugänglich.

Die Pappemühle Karbach war bis zu ihrer Schließung 1959 eine der ältesten aktiven Papiermühlen in Deutschland. Seit 1595 produzierte sie handgeschöpfte Büttenpapiere und seit den 1820er-Jahren auch handgeschöpfte Pappen. Die Herstellung von Pappen wurde für den Betrieb Mitte des 19. Jahrhunderts immer wichtiger, da er nicht mehr mit größeren Papierfabriken konkurrieren konnte. Im Jahr

1883 wurde eine Rundsiebmachine in Betrieb genommen und die Produktion komplett auf Pappen umgestellt. Durch die Verarbeitung von Altpapier blieb die Pappemühle lange konkurrenzfähig und produzierte mit Wasserkraft und ab 1900 mit Elektroantrieb verschiedene Arten von Pappen.

Die dritte und vierte Fotografie vermitteln einen Eindruck vom alten Standort der Mühle. Auf der letzten Fotografie sind hinter der Trockenpresse große Mengen Stroh erkennbar, der neben Altpapier ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung stabiler Pappen war.

Kategorie: Museumsaufbau

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