11.12.2020

Objekte aus 60 Jahren Museumsgeschichte

Nasmyth–Dampfhammer, Nasmyth, Gaskell & Co., Manchester, England, 1878 bez. “NASMYTH GASKELL & C° MANCHESTER” Eisen; H. 520 cm, B. 350 cm, T. 160 cm, Foto: LWL-Freilichtmuseum Hagen, fotoservice-sagurna

Präzision und Durchschlagskraft

Nasmyth–Dampfhammer

Bei dem Nasmyth-Dampfhammer bewegt sich der Bär (der gusseiserne Klotz in der Mitte) mithilfe von Dampfkraft auf und ab. Das zu schmiedende Metall wird zur Bearbeitung auf den darunterliegenden Amboss oder in ein Gesenk gelegt. Durch den herabschnellenden Bär wird das Metall verformt und verdichtet.

Dieser Dampfhammer ist eine Weiterentwicklung des Fallhammers. Die Zahl der Schmiedestücke, die man mit einem wassergetriebenen Fallhammer in zwölf Stunden bearbeiten konnte, schmiedete ein Arbeiter mit dem Dampfhammer in nur viereinhalb Minuten. Nasmyth–Dampfhämmer fanden bei der Herstellung großer Schmiedestücke Verwendung, beispielsweise von Schiffswellen. Der Hammer wurde im Museum aufgestellt, da er die Weiterentwicklung der Antriebsenergie sowie die Industrialisierung des Schmiedens veranschaulicht.

Der Dampfhammer ist nach seinem Erfinder, dem schottischen Ingenieur James Nasmyth (1808–1890), benannt. 1842 meldete er diese Erfindung zum Patent an. Er war einer der wichtigsten Erfinder und Unternehmer im Werkzeugmaschinenbau. Bei der Vorführung seines Dampfhammers vor Kollegen und Kunden soll Nasmyth die Präzision eines Hammerschlages mithilfe eines Eis und eines Weinglases demonstriert haben. So habe er ein Ei überstehend in ein flaches Glas gelegt und den Hammer so eingestellt, dass er das Ei zerschlug, während das Glas heil blieb. Anschließend habe er seinen Hammer so heftig zuschlagen lassen, dass das Fabrikgebäude erschüttert wurde.

Julia Setter

Kategorie: Objekte aus 60 Jahren

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