29.01.2021

Objekte aus 60 Jahren Museumsgeschichte

Schild „Rauchen verboten“, Warburg, nach 1930 Holz, Eisen; H. 20 cm, B. 35 cm, T. 1,5 cm, Foto: LWL-Freilichtmuseum Hagen, fotoservice-sagurna

Sicheres Arbeiten

Rauchen Verboten

„Rauchen verboten“ steht in sorgfältig handgeschriebenen Buchstaben auf diesem Schild. Der Hersteller hat sich Mühe gegeben: Die Buchstaben sind in Schönschrift ausgeführt und das Schild selbst ist keine einfache Holztafel, sondern aus zwei Schichten aufgebaut. Wahrscheinlich wollte er damit verhindern, dass sich das Holz mit den Jahren verzog. Abgeschrägte Ecken geben dem Schild eine gefällige Optik. Nicht mehr zu klären ist, woher die Löcher stammen, mit denen das Schild überzogen ist.

Das Schild stammt aus der Schreinerei Eberhardt in Warburg-Nörde, hing dort im Säge-/Holzlagerraum, wo mit einem Horizontalgatter gearbeitet wurde. Der Betrieb wurde 1912 gegründet und verlagerte um 1930 seine Werkstätten an den Dorfrand.

Rauchverbot war und ist in den Holzhandwerken ein grundlegendes Gebot der Arbeitssicherheit. Achtlos hingeworfene, noch glühende Zigarettenreste können hier, in Verbindung mit staubfeinem Sägemehl, Brände und Verpuffungen auslösen. Die akkurate Ausführung des handgearbeiteten Schildes weist darauf hin, dass sein Hersteller das Rauchverbot ernst nahm – und dies auch von anderen erwartete.

Seit dem 19. Jahrhundert ist der Arbeitsschutz ein zentrales Thema der Arbeiter- bzw. Gewerkschaftsbewegung. Neben den Arbeitszeiten und der Höhe der Löhne bildeten die Arbeitsbedingungen immer wieder Gegenstand von Konflikten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die Beachtung von Arbeitsschutz und -sicherheit konnte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts durchgesetzt werden. Heute kontrollieren Berufsgenossenschaften die Sicherheit der Arbeitsplätze, Gesetze regeln die Pflichten und Aufgaben aller Beteiligter.

Lutz Engelskirchen

Kategorie: Objekte aus 60 Jahren

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